Bigger, better, faster, more ...
Was haben ein Golf Diesel und eine Kawasaki GPZ-1000-RX gemeinsam? Nichts! Solange man Charly Hofschaller und seinen Sohn damit nicht unbeaufsichtigt in der Werkstatt läßt - Ein Bericht über die Entstehung des wahrscheinlich PS-Stärksten Dieselmotorrads im Wirkungskreis der bundesdeutschen STVZO. - von Rafael Häusler
Charly Hofschaller ist ein Motorradfahrer von echtem Schrot und Korn. Das wird einem schnell bewusst wenn man sich sein Z1300 Gespann anschaut, welches mit einem Lastenbeiwagen dazu dient unwillige Einspurige in die Hofschallersche Zweiradklinik nach Garching zu befördern. Und in dieser Werkstatt schlummert etwas ganz besonderes, eine ganz neue Dimension von Frankensteins Enkelin wartet auf den Lebenshauch. Hier wird ein 1.6l Turbodieselmotor aus einem 1985er VW Golf in ein "rolling chassis" einer Kawasaki GPZ-1000-RX verpflanzt. Eng geht es in dem Rahmen zu. Aber als wäre er nie für etwas anderes gedacht gewesen trohnt der VW-Block monumental darin. Hier einige erste Impressionen vom entstehenden Werk. Charly und sein Sohn hoffen, dass sie ihren Dieselfighter für den nächsten Sommer fahrbereit haben.
Bis dahin müssen jedoch noch einige Details gelöst werden. Momentan drehen sich die meisten Fragen um die Getriebefrage. Das augenlicklich verwendete Getriebe entstammt einer einer GPZ-1000-RX, die ja auch schon Rahmen und Fahrwerk zur Verfügung stellt. Hier wurde kurzerhand ein kompletter Motorblock zwischen Kurbel- und Getriebeeingangswelle durchgeschnitten. Eigentlich hat der VW-Motor jedoch seinen Kurbelwellenausgang auf der falschen Seite, der linken nämlich. Charly hatte deswegen auch schon mit einem Getriebe aus dem Harley-Sektor geliebäugelt, ein solches liess sich jedoch nicht zu einem akzeptablen Preis auftreiben, wie er sagte. Also wurde das genommen was eh da war, auch wenn noch einiges daran modifiziert werden muss. Da die GPZ, wie die meisten Japaner, den Kraftschluss zwischen Kurbelwelle und Getriebe auf der rechten Seite tragen ist eine Zwischenwelle nötig. Sicherlich nicht der eleganteste Weg, aber ein machbarer. Die Ingenieure vom Team Green haben wohl nicht wirklich damit gerechnet, das jemand einmal auf die Idee kommt ein Antriebsaggregat aus Wolfsburg ersatzweise zu verwenden. Über die Zwischenwelle kann jedoch die Eingangsdrehzahl für das Getriebe erhöht werden, schliesslich dreht der VW-Diesel nur die Hälfte von dem, was der Kawa-Triebling früher drehte. Dafür gibt er ein drastisch höheres Drehmoment ab. Hier ein paar Bilder vom "Wachstum" des Getriebes.
Wem es bei den ersten Bildern noch nicht klar war, kann jetzt schön deutlich sehen wie die Kraft aus dem Motor an das Hinterrad gelangen soll. In Fahrtrichtung links wird die Drehbewegung der Kurbelwelle per Zahnriemen auf die Zwischenwelle uebertragen. Diese läuft dann quasi zwischen Motor und eigentlichem Getriebe auf die andere Seite des Hybriden um dort per Direktzerzahnung die Kraft auf den Kupplungskorb zu übertragen.
Das Interessante kommt aber noch... auf der nächsten Seite !!






